Attacken in Bus & Bahn

Bus & Bahn

Im urbanen öffentlichen Personen-Nahverkehr kommt es nicht selten in Bus & Bahn zu Rangeleien und Raufereien – Alkohol- und Drogenkonsum enthemmen, auch sorgt die Enge in S- und U-Bahnen manchmal für Aufregung. Züge sind ebenso schon Orte von gewalttätigen Übergriffen geworden – man denke an die Axtattacken in einem Regionalzug bei Würzburg vor nicht allzu langer Zeit.

Bahnen und Busse sind in ihrer Struktur einander sehr ähnlich, als erschwerendes Moment kommt bei dieser Lokalität hinzu, dass sie sich während Fahrt schlecht fluchtartig verlassen lassen… „Hit & Run“ als sonst standardmäßig geübtes Verteidigungsprinzip lässt sich kaum realisieren. Frühestens dann, wenn ein beherzter Fahrgast die Notbremse gezogen hat.

Kriminelle Gewalt in Bus & Bahn

Bis dahin muss man im Fahrzeug zurande kommen und durchhalten. Die Beengtheit der Verhältnisse, egal im Sitzen oder Stehen, machen – siehe da – Fußtritte kaum mehr möglich, ob im Geviert oder in Reihe sitzend ist jeder Krafteinsatz gehemmt. Kleiner gewachsene Menschen, sofern schlank und flink, haben auf einmal Vorteile gegenüber rundlichen oder den langen Lulatschen.

Ein Selbstverteidigungstraining in Bus & Bahn bezieht sich vorrangig auf kriminelle Gewalt-Attacken, weniger auf Amoklauf oder Terror. Sich gegen einen Selbstmordattentäter zu schützen oder zu wehren, ist so gut wie unmöglich; ein Bezug dazu besteht allenfalls darin, sich Krav Maga-geschult auch in chaotischen Situationen mit Rauchentwicklung, Chaos und Panik souveräner und zielorientierter verhalten zu können. Wenn ein Lkw auf einen zurast, ist es schon ein Unterschied, ob man in Schockstarre verfällt oder zur Seite springt.

Um sich aber gegen pöbelnde oder schlägernde Übergriffe zu wehren zu lernen, bedarf es des geeigneten Trainingsobjekts: Ein richtiger Bus verschafft einem einen ganz anderen Erkenntnis- und Erfahrungswert. Krav Maga ist von vorneherein so strukturiert, dass die Abwehrtechniken sich auf Situationen im Stehen, Sitzen, Liegen, auf freier Fläche wie einschränkender Umgebung einsetzen lassen.

So haben wir am vergangenen Sonntag in einem Bus trainieren können, der üblicherweise einer Feuerwehr zum Üben dient. Großer Vorteil: Auf den Bus und sein Inventar musste keine Rücksicht genommen werden. Wir haben uns mit chaotischen Situationen generell, mit dem Bewegen im Bus und aus dem Bus heraus bei Panik und Qualm beschäftigt, mit Schläger-Angriffen wie Umklammerungen und Würgen, sowie Messerbedrohungen.

Routinen für Bus & Bahn

„Always train in a position of disadvantage“ ist ein regelrechtes Mantra des Krav Maga. Im Bus geht  es gar nicht so sehr um „perfekte“ Techniken, sondern darum, das erlernte Repertoire auf die ungewohnte Umgebung anzupassen bzw. sich selbst ans Ungewohnte zu gewöhnen. Einen Ansatz von Routine zu entwickeln. Das hilft, um im Falle des tatsächlichen Falles sich schneller in Aktivität zu bringen.

Beim Training in einem echten Bus geht es mitunter rau zu. Sitze, Lehnen, Gestänge, Treppenstufen – alles echt, alles unnachgiebig. Da braucht es Schutzelemente für den Körper und die Bereitschaft, die Zähne zusammenzubeißen. Und manchmal reicht auch das nicht.