Berliner Jugendrichterin schildert tatsächliche Situation

Eine Berliner Jugendrichterin war verschwunden, hat sich umgebracht. Der Fall macht bundesweit Schlagzeilen. In diesen Tagen kommt ein Buch von ihr heraus, ein kontrovers diskutiertes Stück – das aber, so scheint’s, viele Wahrheiten enthält.

In dem Artikel Berliner Jugendrichterin: Ihr Fazit schreibt die ZEIT:

Stimmt das alles, was Heisig beschreibt? Leider, muss man sagen, deutet nichts darauf hin, dass die beschriebenen Zustände über Gebühr dramatisiert werden. Im Gegenteil: Neukölln ist (fast) überall. Wenn die Richterin die »Karrieren« jugendlicher Krimineller schildert, wie sie mit Diebstählen und Sachbeschädigungen beginnen und sich dann zu Körperverletzungsdelikten steigern, zu scheinbar anlassloser Brutalität, ohne dass jemand sie stoppt, so hat das, was die Juristin aus dem Berliner Problembezirk berichtet, bundesweit Gültigkeit – zumindest in größeren Städten.

Interessant: Das hätte den ZEIT- und anderen Journalisten doch jeder sagen können, der in den vergangenen Jahren den Kontakt zur „Straße“ nicht völlig verloren hat. Und tragisch: Hätte Kirsten Heisig sich nicht umgebracht, hätte ihr Buch und ihre Darlegungen weit weniger Aufmerksamkeit erhalten.

Und natürlich ist zu erwarten, dass außer ein wenig medialer Aufgeregtheit nichts weiter passieren wird. Man wird also weiter auf sich selbst aufpassen müssen.