Combat & Fighting Skills – mehr als nur Sparring

 

Combat & Fighting Skills

Combat & Fighting-Training mit Schutzanzügen im Vollkontakt (Symbolbild)

Im Krav Maga-„Combat & Fighting“-Seminar (es darf nur von speziell geschulten KMG-Instructors abgehalten werden. ) geht es um die Fighting Skills, die für einen Kampf unter realen Bedingungen notwendig sind. Die unterscheiden sich deutlich von einem Sparring in einem Kampfsport – auch unter Vollkontaktbedingungen. In jedem Kampfsport ist die Auseinandersetzung davon gekennzeichnet, dass sich zwei Kontrahenten freiwillig darauf verständigen, sich an einem gemeinsam ausgesuchten Ort zur gleichen Zeit mit den gleichen Mitteln zu treffen und unter einem fairen Regelwerk festzustellen, wer gewinnt. Waffen oder Kumpane sind nicht mit im Spiel, und außerdem dem Kampfrichter befindet sich niemand anderes im Ring oder Käfig oder auf der Matte. Wer verletzt wird, weiß, dass der Kampf sofort abgebrochen wird und der Ringarzt nahe ist. Für all das gilt in der Selbstverteidigungs- bzw. Straßenkampfsituation das genaue Gegenteil.

Während beim Kampfsport eine ausgeglichene Ausgangssituation vorherrscht, prägt die Selbstverteidigung der Umstand, dass der Verteidiger immer im Nachteil ist: Der Angreifer hat immer die Initiative und das Wissen um den Angriff auf seiner Seite. Der Verteidiger muss all das überhaupt erst mal ausgleichen, bevor er eine Chance hat. Daher ist ein kampfsportliches Sparring im Krav Maga-Training wichtig – aber nicht alles. „Combat & Fighting“ beinhaltet viel mehr und ist viel komplizierter als sich einfach einen Helm und ein paar Boxhandschuhe anzuziehen und aufeinander einzuschlagen.

Combat & Fighting Skills bedeuten… Einfachheit

Wer Straßenkämpfe kennt, weiß, dass sie ganz überwiegend simple & stupid verlaufen. Es gilt weniger, sich raffinierter Techniken und Technikfolgen zu erwehren, als vielmehr starker Aggression und großer Brutalität – meist umgesetzt in unvermittelt einsetzendes Schlagen und Treten. Was in der Gegenwehr zählt, sind dementsprechend Fighting Skills in puncto physischer und psychischer Stärke – und nicht ein ausgefeiltes Technik- und Kombinationsrepertoire; ein Grund, warum so viele herkömmliche Kampfsportler auf der Straße versagen.

Im Combat & Fighting-Seminar am gestrigen Sonntag ging es daher einerseits um einfache Schlag- und Trittkombinationen im Gegenangriff, anderseits um physische und mentale Konditionierung sowie taktisch kluges Verhalten und Bewegen. Ebenso wurde die Fähigkeit der Teilnehmer geschult, einen begonnenen Kampf durchzufechten – bis zur Niederlage des Gegners. Dabei bedeutet Kondition nicht, die Ausdauerleistung für eine wettkampfsportliche Leistung à la fünf Runden zu je drei Minuten in Ring oder Käfig zu erbringen. Sondern eine hochstressige und hochanstrengende Belastung von wenigen Sekunden durchzustehen, bei des es ums Ganze – physische und psychische Unversehrtheit – geht.

16 Teilnehmer nahmen nach einem körperlich und geistig fordernden Seminar interessante Einblicke und Erkenntnisse mit nach Hause und waren sich einig, dass Krav Maga-„Combat & Fighting“ in der Tat mehr ist als bloßes Sparring, wie man es von Boxen, Kick- oder Thaiboxen her kennt.