Entschlossenheit und Tollkühnheit

Heldenmut und Tollkühnheit können bitter enden, keine Frage. Aber Beherztheit und Entschlossenheit können auch für positive Ergebnisse sorgen. Nicht immer sind die Gegner so übermächtig, wie sie scheinen.

Der Tollkühnheit eines 50-jährigen Kunden ist es zu verdanken, dass am Samstag ein Raub auf einen Supermarkt in der Straße Am Försterpfad in Schwanheim fehlschlug. Zwei Männer hatten gegen 18.25 den Markt gestürmt, Messer und Pistole gezückt und die beiden Kassiererinnen aufgefordert, das Bargeld herauszurücken. Der 50-Jährige griff daraufhin beherzt nach deren Waffen, was die geschockten Räuber in die Flucht schlug – was der todesgefahrverachtende Kunde auch noch, wenn auch vergeblich, zu verhindern suchte.

So heißt es in einem Artikel der Frankfurter Rundschau. Bliebe noch die Anmerkung, dass der Mann vielleicht gewusst hat, was er tat – oder was er kann – und deswegen die Todesgefahr nicht ganz so groß war, wie der beeindruckte Schreiber dieses Artikels glaubt.

Dass Menschen, die ganz und gar nicht verdächtig sind, Gewalt vorschnell oder überhaupt einzusetzen, mutig und gezielt handeln können, belegt wiederum ein anderer Artikel des gleichen Blattes:

Wenn Gebete nicht erhört werden, helfen manchmal flinke Beine: In Kassel hat in der Nacht zum Samstag der Pfarrer einer katholischen Kirche einen flüchtenden Einbrecher eingefangen und festgehalten bis die Polizei da war.

Der Geistliche war nach Angaben der Polizei von der Alarmanlage des benachbarten Kindergartens geweckt worden. Als er nachsehen wollte, sah er nur noch einen Mann weglaufen. Beherzt lief der 43-Jährige los und holte den 13 Jahre jüngeren Ganoven nach einem kurzem Sprint ein.

Man muss kein Held sein, um sich zu engagieren.