Flug-Sicherheit und deren Begleiter

Es gibt Flugsicherheitsbegleiter und Flugbegleiter. Erstere werden in Deutschland von der Bundespolizei gestellt, ihre Aufgaben an Bord eines Flugzeuges sind hoheitlicher Natur – auch wenn in anderen Ländern so genannte Sky Marshals von privaten Firmen eingesetzt werden (Krav Maga Global bietet übrigens Ausbildungslehrgänge für Sky Marshals an).

Flugbegleiter wiederum heißen im englischen Sprachgebrauch Cabin Attendants, geläufiger sind Begriffe wie Stewardess oder Purser. Mit der Sicherheit an Bord eines Flugzeuges haben diese auf den ersten Blick nicht viel, auf den zweiten recht viel zu tun.

Natürlich kennt man die bisweilen drolligen Vorführungen, was den Umgang mit Sauerstoffmaske und Schwimmweste anbelangt. Die Ausbildung zum Flugbegleiter führt die Kandidaten aber auch ins nasse Element, wenn sie Notausstiege mit Rettungsrampen und Notinseln üben müssen. Mag dieser Teil schon unbeliebt sein, so ist es mit dem Spaß vorbei, wenn sie sich in Selbstverteidigung und dem Anlegen von Handschellen üben müssen. Eine derartige Schulung sieht der Gesetzgeber vor – denn immer mehr kommt es an Bord von Flugzeugen zu Zwischenfällen mit Unruly Passengers; also Leuten, die sich vor lauter Stress an Bord vollgestopfter Flieger übermäßig daneben benehmen.

Zumeist sind das gar nicht per se böse Buben. Häufig notorische Raucher, die im Klo meinen, sich eine Zigarette genehmigen zu müssen. Pech nur, dass dann zuverlässig der Rauchmelder anschlägt… Oder Betrunkene, die über die Strenge schlagen. Was für die jungen Flugbegleiter-Auszubildenden kaum vorstellbar ist, wissen erfahrene Cabin Attendants: Da wird auch geschlagen, getreten, gezerrt und gewürgt. Mithin massive Angriffe auf die körperliche Unversehrtheit.

Was die Angreifer meist nicht wissen: Sie begehen nicht nur eine Körperverletzung, sondern auch einen Verstoß gegen die Luftverkehrssicherheit. Damit ist nicht zu spaßen, und da haben die Flugbegleiter Durchgriffsrechte. Zur Selbstverteidigung, wie jeder andere Bürger auch, aber auch in Sachen Festlegung und Festnahme. Zu diesem Zweck befinden sich beispielsweise an Bord der Flugzeuge einer Fluggesellschaft mit Sitz im Rhein-Main-Gebiet, für die das Krav Maga Center Frankfurt/Rhein-Main wiederholt Schulungen abhält, so genannte Speedcuffs: Handschellen, die sich verhältnismäßig leicht, schnell und sicher anlegen lassen.

Der in Handschellen gelegte Aggressor wird dann auf einen geeigneten Sitz verfrachtet, und bleibt mit den Händen auf dem Rücken in dieser Position. Das ist einigermaßen unbequem bis schmerzhaft; und nach der Landung wartet die Polizei bereits. Man sollte sich also gut überlegen, ob man an Bord eines Flugzeuges renitent wird.

Im Umgang mit den Speedcuffs üben sich die Flugbegleiter, auch wenn – da sei verraten – ihnen diese Aufgabe wenig Freude bereitet, und sie mit einer gewissen Distanz an dieses Thema herangehen. Kaffee und Tee ausschenken ist halt weniger problematisch. Auch typische Krav Maga-Techniken zur unmittelbaren Selbstverteidigung im Falles eines Angriffes – es gibt wohl kaum eine ein- und beschränktere Situation als die an Bord eines Fliegers; die Ansätze herkömmlicher Kampfsportarten kommen dort kaum zum Zuge – werden von den meisten Flugbegleitern wohl kaum als Bereicherung ihres Repertoires empfunden. Sondern eher als bittere Notwendigkeit.

Dies umso mehr, als Flugbegleiter ja an und für sich vor allem eins lernen: Immer nett und freundlich zu allen Passagieren zu sein, egal wie nervig, quengelig, undiszipliniert und borniert sie sein mögen. Dabei haben Flugbegleiter eine hohe Verantwortung für die Sicherheit an Bord – im Falle eines Unfalles oder Unglücks genauso wie im Falle von aggressiven oder gar gewalttätigen Vorfällen.