Gewalt greift die eigene Identität an

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Häufig glaubt man, eine körperliche Konfrontation zu bestehen, habe etwas mit dem Körper zu tun. Und dementsprechend mit dem Training des Körpers. Diese Einschätzung ist nicht verkehrt, dennoch hat das Bestehen in einer gewältigen Situation mehr mit dem Kopf als mit dem Körper zu tun.

Der Körper mag gut trainiert sein, aber wenn der Kopf genau dies nicht ist, wird der Körper versagen. Die Schmerzen des Körpers heilen (meist), aber die Verletzungen der Seele vieleicht nie. In der Juli/August 2016-Ausgabe der Zeitschrift „Psychologie“ berichtet ein (männliches) Gewaltopfer:

In den Wochen danach traute ich mich kaum auf die Straße. Ich war ständig auf der Hut, schlief kaum. (…) …dann kamen die Albträume: von Zombies, die mich auffressen wollten, oder ich war in einem Keller eingeschlossen. (…) Mir war vorher nie bewusst gewesen, wie sehr Gewalt die eigene Identität angreift. Es ist, als würde der Täter in deine Seele eintauchen und alles zerlegen, was du bisher über dich selbst gewusst hast.

Da aber die Trennung in Körper, Seele und Geist eine künstliche ist und nicht der Wirlichkeit entspricht, in der wir Menschen eine Einheit aus Körper, Seele und Geist sind, berücksichtigen die Krav Maga-Drills für den „Combat Mindset“ beides – Drills, die sowohl die physische wie mentale Ebene berücksichtigen bzw. integrieren. Diese Drills sind Bestandteil eines jeden normalen Trainings, aber in darüber hinaus gehenden Umfang natürlich des so genannten „Combat & Fighting Skills“-Seminars. Nachstehend eine kurze Sequenz aus dem jüngst abgehaltenen Seminar:

https://youtu.be/gSOJvMHcX9w

Da das Mentale sowohl bei der „Attention Control“ wie der „Arousal Control“ eine so große Rolle spielt, also sowohl die Schulung von Aufmerksamkeit und Wahrnehmung wie der Erregungssteigerung (hin zu gezielter und gesteuerter Gegen-Aggression) wie zur Erregungsdämpfung (bei Hypervigilanz, Nervosität, Angst, Panik) bieten wir daher auch zusätzlich ein „Mind Fitness for Fighters“-Workshop an.

Beim jüngsten Workshop diesr Art zeigten sich die Teilnehmer hellauf begeistert und geradezu überrascht darüber, wie sehr die drei Stunden reiner Arbeit mit dem Geist zu einer Erweiterung ihrer Möglichkeiten geführt hat. Wir planen daher, im kommenden Jahr einen Vier-Wochen-Kurs aufzulegen, an dem einmal pro Woche über einen Zeitraum von etwa anderthalb bis zwei Stunden reines Mentaltraining praktiziert wird. Dazu schrieb uns einer der Teilnehmer:

Hi Oliver,

Thank you for the follow up and once again thank you for the very good and very useful seminars.

Effect is liberating.

Although I participated already once some years back, it was great to do them again.

„Pick up fight in 5 seconds“ principle apart that it is very good teaching, I realised could be useful also in everyday life in normal verbal circumstances; for example if someone is not being fair (used as a principle in a polite manner), as there are no loose ends later.

Regarding 4 week x 2 hours „Mind Fitness for Fighters“ I think is good idea (also content related). Actually, in my view whatever time is required to cover the matter which you believe is right is OK.

In the end if I may add, related to mission statement on Center internet site (bottom right corner of the page) – that mission is being achieved indeed.
I am grateful for that.

„Combat & Fighting Skills“-Seminar, „Mind Fitness for Fighters“-Workshop sowie Mentaltrainings-Vierwochenkurs werden im kommenden Halbjahr 2017 auf der Lehrgangsliste stehen. Stay tuned.