Ich war’s nicht!

Die Frankfurter Rundschau hat ein Interview unter dem Titel „Ich gucke nicht weg“ mit dem Offenbacher Oliver B. geführt, der ein 15-jähriges Mädchen auf einem S-Bahnhof in Offenbach vor Schlägern beschützt hat.

Im FR-Interview spricht er darüber, was in einem Menschen in einer solchen Situation vorgeht. Darin heißt es u.a.:

Sie haben am Samstagabend an der S-Bahn in Offenbach und in Mühlheim eine 15-Jährige vor mindestens fünf jugendlichen Schlägern beschützt. Vermutlich haben Sie eine beeindruckende Statur.

Überhaupt nicht. Ich bin schlank, athletisch und treibe auch Sport, aber ich bin nicht groß. Ein paar von den Angreifern waren deutlich größer als ich.

Ich erkläre hiermit deutlich: Ehre wem Ehre gebührt – ich war das nicht! Außerdem stamme ich nicht aus Offenbach und wohne da auch nicht. ;-)

Übrigens, das geschicktes verbales Agieren durchaus Erfolg haben kann, belegt folgender Passus des Interviews:

In der nächsten Station in Mühlheim spitzte sich die Situation zu.

Auf einmal waren es noch mehr Jugendliche. Ich sagte den Angreifern sehr eindringlich: „Was ihr macht, ist feige.“ Das hat sie offenbar runtergeholt.

Und, was zielstrebiges, klares Auftreten anbelangt:

Und haben Sie im Nachhinein Angst vor der eigenen Courage bekommen?

Nein, auf keinen Fall. Ich würde es wieder tun. Ich bin niemand, der wegguckt. Ich stamme aus Berlin-Neukölln, da lernt man, bestimmt aufzutreten und deutlich zu machen, dass man nicht bereit ist zu diskutieren.

Mein Namensvetter gibt übrigens sein Alter mit 30 an. Ich kann’s also nicht gewesen sein.