Live-Training zur Notfallversorgung

Abnahme einer Pistole

Gemütliches Beisammensein im Cafè, man plaudert. Auf einmal ein ohrenbetäubender Knall, dann weitere, eine Handgranate explodiert, Schüsse aus Kalaschnikows und Pistolen folgen. Im Nu ist ein Blutbad angerichtet, schreiende Menschen wälzen sich am Boden, die Überlebenden, Unverletzten eilen herbei – wem hilft man zuerst? Wie lässt sich nun unter Stress, unter dem Eindruck der Schüsse, der Angst, der Unsicherheit, erkennen, welche Verletzung die schwerste bzw. die, die als erstes mit dem vorhandenen Material versorgt werden muss? Knallpatronen und täuschend echt geschminkte Verletzungen (siehe Bilder) stellen die Teilnehmer auf die Probe.

Im Szenario erweist sich, dass die zuvor geübten Verhaltensweisen und Taktiken, die Versorgungstechniken und das Vorgehen zur Sicherungs des Anschlagsortes, funktionieren. Die Teilnehmer bekommen ein dickes Lob von den beiden Referenten von DST Seeger. Sie haben die Generalprobe, die finale Runde des Szenario-Kurses zur Taktischen Notfallversorgung glänzend bestanden und das in den Stunden zuvor Gelernte sehr gut umgesetzt.

Beim Szenario-Kurs Taktische Notfallversorgung, vom Krav Maga Center Frankfurt/Rhein-Main, meist zweimal im Jahr angeboten, geht es nicht um Erste Hilfe, nicht um das, was man bei den bekannten Rettungsorganisationen lernt. Sondern um das, was man braucht, wenn einmal in Frankfurt und Umgebung passiert, was in Paris und Brüssel vor nicht allzu langer Zeit passiert ist. Und man möglicherweise mit Freunden oder Familienmitgliedern mitten drin steckt. Dass ein solcher Anschlag passieren wird, dass es nur es Frage des „Wann“ und nicht des „Ob“ ist, darüber sind sich die beiden Referenten von DST Seeger sicher.

Taktiken und Techniken der Notfallversorgung

Und so behandelt der Szenario-Kurs – unterfüttert von Fotos und Videos, die die Öffentlichkeit selten zu sehen bekommt – um was es bei tatsächlichen Gewalttaten geht, und wie man damit umgehen kann. Beginnend mit dem taktischen Vorgehen im Gefahrenbereich, dem Einteilen in Zonen nach Rot-Gelb-Grün-Schema, dem Einsatz von Tourniquet, Uriel-Bandagen und Chest Seals bzw. dem Einsatz improvisierter Mittel wenn derartig professionelles Material nicht zur Verfügung steht… (ist aber frei erhältlich!), das Herantreten und Ansprechen einer auf dem Boden liegenden Person unter dem Aspekt, nicht zu wissen, ob sie eine Waffe bei sich führt und – womöglich unter Schock – aggressiv reagiert. Und dass es fast immer zwei Hauptursachen für das Versterben eines durch Gewalttat oder Unfall verletzten Menschen gibt: unkontrollierte Blutungen oder Spannungspneumothorax…

Beim Kurs am vergangenen Samstag ließen es sich unter anderem zwei Ärzte, ein Feuerwehr-Profi, ein Bundeswehr-Sanitäts-Reservist und acht weitere Zivilbürger nicht nehmen, sich auf den kommenden Ernstfall vorzubereiten. Maximal zwölf Interessenten können teilnehmen – das gilt auch den Kurs im Herbst 2016, dessen konkretes Datum noch nicht feststeht. Wir überlegen aber, den Einführungskurs mit einem Auffrischungs- und Fortgeschrittenen-Kurs für Wiederholer zu kombinieren.