Notfallversorgung in extremer Gefährdungslage

Notfallversorgung in extremer Gefährdungslage

Taktische Notfallversorgung: Teilnehmer und Referenten

Schüsse fallen, Schreie sind zu hören, der Puls rast, das Herz klopft bis zum Hals, das Adenalin pumpt – jetzt bloß nichts falsch machen! Krav Maga wäre nicht Krav Maga, wenn wir nicht versuchen würden, das allwöchentliche technische und ohnehin Stress-orientierte Training mit realitätsnahen Simulationen zu ergänzen. Und wenn wir einen Seminar zur „Ersten Hilfe“ anbieten, geht es bestimmt nicht um den klassischen Kurs der Hilfsorganisationen.

Sondern um die Versorgung von Verletzten, die schreiend nach einem Schusswechsel oder einer Messerstecherei auf dem Boden liegen: schlechte Beleuchtung, flackerndes Licht, der oder die Täter noch in der Nähe?

Notfallversorgung in extremer Gefährdungslage

In einer Amok- oder Terrorlage, bei der Retter und Helfer selbst Gefahr laufen, verletzt oder gar getötet zu werden, hilft einem der klassische Erste-Hilfe-Kurs herzlich wenig. Eine andere Vorgehensweise, ein anderes Equipment ist nötig.

Erkennen der Situation, Wahrnehmung der Gefährdung und agieren unter extremen Entscheidungs-Stress, das sind Schwerpunkte, die im Krav Maga genauso zählen wie bei der Taktischen Notfallversorgung, für deren Schulung wir hochqualifizierte Referenten unseres Kooperationspartners DST Seeger gewinnen konnten.

Sven Seeger und sein Co-Referent fuhren Übungs-Equipment in mehreren Rollkoffern und Rucksäcken auf, schulten den Umgang mit CAT Tourniquet und Uriel Bandage, vermittelten Tipps und Tricks und zeigten ungewöhnliche Anwendungen der Rettungsdecke: Immer vor dem Hintergrund einer potenziell lebensgefährdenden Stich- oder Schussverletzung bzw. des Teilabrisses von Gliedmaßen – wie sie bei Attentaten oder Unfällen mit Kraftfahrzeugen vorkommen können.

Abwegige Vorstellung? Was war denn da in den USA zuletzt: 59 Tote durch einen Schützen aus der Distanz? In Barcelona mit Hilfe eines Lkws? Und kurz bevor dieser Blogtext verfasst wurde, hat ein Attentäter 26 Menschen in einer texanischen Kirche aus der Nahdistanz erschossen…

Realitätsnahe Szenarien

Die beiden Ausbilder führten abermals ein Dutzend Teilnehmer motiviert und meisterhaft durch ein technisches und taktisches Training hin zu den abschließenden Szenarien, für die wechselweise „Opfer“ realitätsnah geschminkt und präpariert wurden.

Dabei galt es u.a. unter Bedrohung für Leib und Lagen und einer überraschend wechselnden Lage erst Verletzungen zu erkennen und prioritär zu versorgen, mit Gaffern und Handyfilmern umzugehen, bis die professionellen Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdiensten eintrafen… Anwesende Mitarbeiter von Polizei, Rettungswesen und aus dem Security-Bereich waren sich hinterher einig: Ein so intensives Einsatztraining bieten ihre Dienstherren und Arbeitgeber nicht.