Prinzipien bei Krav Maga Global

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Das Krav Maga Center Frankfurt/Rhein-Main ist ein Affiliate Partner von Krav Maga Global (KMG), der weltweit operierenden und führenden Krav Maga-Organisation. Krav Maga Global steht für ein Qualitätslabel in Sachen Lehre des Krav Maga, d.h. die KMG-Instructors unterwerfen sich hohen Qualifizierungs-, Standardisierungs- und Zertifzierungsansprüchen.

KMG-Begründer Eyal Yanilov hat vor kurzem einen Artikel zu den Prinzipien, die Krav Maga Global unterrichtet, geschrieben, den wir hier in der deutschen Übersetzung von Julia Krust wiedergeben. Eine etwas theoretische Lektüre, aber für Krav Maga-Trainierende wie -Interessierte dennoch lesenswert; vor allem aber für die, die sich auf einen Level Test vorbereiten:

Allgemeine Krav Maga-Prinzipien

Genauso wie es Prinzipien in der Selbstverteidigung gibt, den technischen und taktischen Ansatz betreffend, gibt es Prinzipien, die unseren Weg im Leben und in Kämpfen an und für sich begleiten.

Das erste und wichtigste Prinzip ist, dass man danach streben sollte zu gewinnen, sodass ein Feind, Gegner oder Täter in seinem Angriff unterbrochen wird. Zweitens ist es wichtig, eine Situation, der wir uns gegenüber sehen zu vermeiden, verhindern oder zu deeskalieren. Unsere Antwort auf eine Situation sollte entschieden und auf die jeweilige Gefahr hin abgestimmt sein:

  • im Kampf: dem Feind in kürzester Zeit maximalen Schaden zufügen, während man selber möglichst unbeeinträchtigt bleibt;
  • bei Angehörigen, die wir beschützen wollen (3rd party protection): unbeteiligte Dritte um jeden Preis vor einer drohenden Gefahr schützen;
  • das Ganze immer unter Beachtung Gesetzgebung im jeweiligen Land.

Technische Prinzipien

In Krav Maga Global gibt es Prinzipien des Angriffs und der Verteidigung, die auf vielerlei Arten miteinander verknüpft sind. Während eine Situation vielleicht zunächst erfordert, nur zu verteidigen, ist es gleichzeitig notwendig, einen darauffolgenden Angriff zu planen.

Prinzipien des Angriffs:

  • die Hierarchie verstehen: Werkzeug, Technik, Prinzipien, Variationen, Simulationen und Rollenspiele
  • die Wichtigkeit und der Effekt von Rückholbewegungen bei Schlägen und Tritten („recoil“)
  • die Maximierung von Geschwindigkeit und Masse, um kinetische Energie und Schwung zu generieren
  • das Verständnis von Bewegungsketten und der daraus folgenden Stabilität (bei Schlägen und Tritte
  • sowie die fünf verschiedenen Bereichen/Entfernungen:
    XS: in der Nahdistanz und beim Grappling, Umklammern und Werfen
    S: bei Kopfstössen, Ellbogenschlägen, Haken, verschiedenen Hammerfaustschlägen und Kniestößen
    M: Schläge mit gestrecktem Arm
    L: Tritte in Entfernung der jeweiligen Beinlänge
    XL: Vorstoß oder die Zuhilfenahme von Objekten um Distanz zu überwinden
  • zusätzlich:
    – 6 (5+1): alle Angriffsrichtungen: zwei horizontal, zwei vertikal, gerade von mir weg und zu mir hin
    – alle existierenden Variationen in Bezug auf Winkel, Richtungen und Entfernungen

Prinzipien der Verteidigung

  • drei Arten der dynamischen (Körper-) Verteidigung (body defense): laterale und horizontale Bewegungen (ähnlich der acht Richtungen eines Kompass‘); Drehung, Drehmoment und  Richtungsänderung; die Veränderung der Angriffshöhe
  • zusätzliche Prinzipien von Befreiungstechniken
  • mehrere Arten der aktiven (Hand- oder Bein-) Verteidigung, die Angriffe stoppen, ab- oder umleiten
  • sowie verschiedene Bewegungen in Bezug auf Verteidigung am Boden: einklemmen, explosiv die Hüfte nach oben bringen, einhaken und kontinuierlich oder ruckartig lösen („scraping & plucking“)

Taktische Überlegungen

  • Verteidigung und Angriff so schnell wie möglich
  • sofortiger Kontakt oder Distanzwahrung
  • Erkennen von weiteren möglichen Angreifern
  • Identifizieren von verteidigungstauglichen Alltagsobjekten
  • sich selbst und andere in Sicherheit bringen und nach Verletzungen untersuchen
  • offizielle Stellen über den Vorfall informieren

Leitfaden

  • Respekt gegenüber seinem Trainingspartner, Fortgeschritteneren und dem Instructor
  • Glaube an den Weg, Vertrauen in sich selbst und seinen Instructor entwickeln
  • Verletzungen vermeiden, gleichzeitig Widerstandskraft stärken
  • in Übereinstimmung mit natürlichen Reflexen agieren, diese stellen die Grundlage aller KMG-Techniken dar
  • Angriff jedes verwundbaren Punkts, mit jedem angemessenen Körperteil oder Werkzeug
  • Verwerfung jedes sportlichen oder Wettkampf-Denkens