Krav Maga-Kombi: Gunthreats & Shooting Seminar

Wer sich mit der Abwehr von Bedrohungen mit Schusswaffen (Krav Maga-Kauderwelsch: („Gunthreats“) beschäftigt, muss auch wissen, was Schusswaffen wirklich sind („Shooting“); wie sie funktionieren; wie sie sich anfühlen; was passiert, wenn man abdrückt…

Trainiert man beispielsweise die Abwehr von Angriffen mit Messern, mit Baseballschlägern, mit Brechstangen, sogar mit Macheten und Beilen, so ist es kein Problem, sich einen entsprechenden Gegenstand zu beschaffen und gesetzeskonform in der Trainingshalle zu Demonstrationszwecken oder auch zum Training einzusetzen.

Jeder kann also prüfen, wie es sich die Abwehr eines Messerstiches, die man bislang mit einem Trainingsmesser aus Gummi geübt hat, anfühlen mag, wenn die Klinge aus kaltem Stahl und geschliffen ist. Baut man das methodisch-didaktisch sinnvoll und zielführend auf, weiß man, auf was man sich einläßt… Aber Schusswaffen? Gunthreats?

Im Training nimmt man Gummi- und Plastikpistolen, z.B. professionelle Blueguns, and kann Qualität und Stress-Intensität dabei mit Hilfe von Softair– und RAM-Pistolen deutlich erhöhen. Und man eine(r) erschreckt da schon…

Aber das ist natürlich immer noch nicht vergleichbar mit einer echten Schusswaffe.

„Gunthreats & Shooting“: Damit man weiß, was man tut

Schusswaffen kennen die meisten nur aus Hollywood-Filmen – was meistens zu sehr verkehrten Einschätzungen führt. Wenn man das Krav Maga-Training ernst nimmt, ist es daher notwendig, zumindest einmal auf einem Schießstand unter Beachtung der gesetzlichen Regeln gewesen zu sein. Das gilt natürlich besonders für die, die überhaupt keine Erfahrung mit Schusswaffen haben – also nicht bei der Bundeswehr waren oder nicht ohnehin Sportschütze sind (oder berufsbedingt Waffenträger).

Daher veranstalten wir ab und zu einen Seminar-Sonntag, bei dem drei Stunden Krav Maga-Training der ‚Gunthreat Defenses‘ mit vier, fünf Stunden Schießen (nach Sportordnung) kombiniert werden. Ein solcher Übungstag vermittelt die richtige Risikoeinschätzung und eine bessere Beurteilung der eigenen Möglichkeiten. Natürlich übt man nicht die Abwehrtechniken gegen Bedrohungen aus der Nähe mit echten Waffen. Aber eben den Umgang mit einer scharfen Waffe, die Sicherheitsregeln, wie man (sportlich) auf Zielscheiben schießt… für die, die noch nie eine echte Pistole oder einen echten Revolver in der Hand hatten, ist das ein enormer Erfahrungswert.

Und darum geht’s uns bei solchen Veranstaltungen. Wir wollen aus den Teilnehmern keine Scharfschützen machen, genauso wenig wie wir aus den Trainierenden Messerspezialisten machen, wenn wir ihnen zeigen, wie man mit einem Messer angegriffen werden kann und wie man ein Messer gezielt handhabt und führt. Das dient einzig und allein dem Zweck, den Angriff besser zu verstehen, die Angriffsbewegungen besser zu verstehen und daher die Abwehr von Gunthreats besser zu verstehen und zu praktizieren.

Wer dann das Interesse entwickelt, tiefer in die Materie „Messer“ oder „Stock“ einzusteigen, kann das bei einem geeigneten Escrima-/Kali-/Arnis-Angebot tun – ich kenne da sehr gute Lehrer; wer tiefer in die Materie des Groundfights einsteigen will, kann das in einem Ju-Jutsu- oder Brazilian-Ju-Jutsu-Club tun – auch da sind mir aus meinem ehemaligen Umfeld genügend qualifizierte Übungsleiter bekannt; und wer anfängt, sich fürs sportliche Schießen zu interessieren, kann das bei einem Schützenverein – wie etwa unserem Kooperationspartner, der SG Sprendlingen und ihren sehr kompetenten Lehrwarten – tun.