Starke Frauen durch Selbst-Verteidigung

Starke Frauen

Teilnehmerinnen und Angreifer: Zum Schluß „happy together“.

Beim Frauen-Selbstverteidigungs-Wochenendkurs geht es um mehr als Selbst-Verteidigung. Natürlich lehren wir Abwehrtechniken gegen sexuelle Gewalt bzw. verschiedene körperliche Übergriffe, die ja meistens von Männern ausgeübt werden.

Aber der Kurs beinhaltet eben auch eine Feuerprobe – und wer einmal durchs Feuer gegangen ist, verliert auch die Angst vor der Hitze. Will sagen: Am zweiten Tag werden die gelernten Techniken nach einigen Wiederholungen einem Stress-Test in mehreren, sich steigernden Runden unterzogen – und der ist wiederum nur ein Vor-Lauf.

Starke Frauen durch Selbst-Verteidigung

Denn danach geht es durch einen Hindernis-Test aus mentalen und physischen Belastungen, eine Art kompakter Realitäts-Simulation – ein Zeitraum von drei Minuten, der das Leben mancher Frau verändert. Dabei betreiben wir einen beträchtlichen personellen Aufwand – zwei Trainerinnen, ca. acht männliche Angreifer und ein Kamera-Mann fürs abschließende Video-Feedback.

Statistiken und Studien zur Gewalt gegen Frauen gibt es zuhauf – wir können nur eine empirische Beobachtung mitteilen: Etwa 40 Prozent unserer Teilnehmerinnen verfügen über Gewalt- bzw. Missbrauchserfahrung, manchmal vor vielen Jahren geschehen. Und alle davon leiden noch heute darunter.

Mentale Qualitäten

Was dabei – häufig unter Tränen – im kleinen, abgeschlossenen Kreis mit den beiden trauma-erfahrenen und -geschulten Team-Frauen geäußert wird, ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Was aber gesagt werden kann: Häufig ist das größte Leid, sich nicht gewehrt zu haben.

Und daher geht es in diesem Kurs nicht um die Verteidigungstechniken, sondern um mentale Eigenschaften – den Verteidigungs- und Überlebenswillen, das Vertrauen in die eigenen Kräfte, Durchsetzungsvermögen. Wie man bei Shakespeare lesen kann: all things are ready if the mind is so.