Taktische Notfallversorgung im Szenario-Training

Nein, es ging nicht um Erste Hilfe, sondern um taktische Notfallversorgung im Szenario-Training bei einem sehr speziellen Seminar am vergangenen Samstag. Wenn überhaupt „Erste Hilfe“, dann eher so was wie ein Krav Maga-Training in Notfallmaßnahmen während und nach einer Schießerei oder Stecherei…

taktische notfallversorgung

Notfallversorgung von Verletzten im Szenario

 

Beispielsweise bekam einer der Teilnehmer, ein Justizvollzugsbeamter, das Szenario einer versuchten Geiselbefreiung auf den Leib zugeschnitten. Dabei wurde eine Szene im Eingangs- und Umkleidebereich des Krav Maga Centers gestellt, in der ein Gefangener von zwei Kumpanen befreit werden sollte. Der eine „Gangster“ lauerte mit einer Schusswaffe dem Gefangenentransport auf, der andere hatte bereits zwei – fiktive – Kollegen des JVA-Beamten niedergestreckt und feuerte anschließend auf den JVA’ler.

Zur Sache ging es dabei mit Schreckschussmunition sowie RAM- und Softairpistolen (die durchaus ihre schmerzhaften Spuren hinterließen). Daher trugen auch alle Teilnehmer Schutzbrillen.

Nachdem die Geiselbefreier ausgeschaltet waren, ging es  zur Versorgung der eigenen bzw. der Wunden der Kollegen. Sicherung der Gefahrenstelle, schneller Befund der Verletzungen auf ihre Schwere, möglicher Einsatz des abbindenden Tourniquets oder spezieller israelischer Bandagen, Meldung an den Rettungsdienst – das alles zählte zur „Mission“ des JVA-Beamten und seiner Helfer. Währenddessen mimten andere Teilnehmer gut geschminkt und hergerichtet „Opfer“ und „Täter“.

Taktische Notfallversorgung ist keine Erste Hilfe

Ähnlich ging es bei einem anderen Szenario zu, bei dem an U-Bahn- oder Busbahnhof bzw. Flughafenhalle Wartende unvermittelt von einem dreiköpfigen Terrorkommando mit AK-47 Sturmgewehren und Kurzwaffen (Schreckschuss, RAM und Softair) attackiert und niedergeschossen wurden. Die Un- oder Leichtverletzten gingen dabei nach dem Eigen-Check und der Eigensicherung  zur Notfallversorgung der schwer Getroffenen über…

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DST Seeger

Ein drittes Szenario drehte sich um Messerattacken und -verwundungen nach einem Streit in einem Café oder Club. Um auf diese drei Simulationen gut vorbereitet zu sein, hatte das Referententeam von unserem Kooperationspartner DST Seeger die Teilnehmer intensiv geschult. Vor dem Hintergrund, die zehn bis zwölf Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken.

„Erste Hilfe ist was anderes“, wurde Sven Seeger nicht müde zu wiederholen. Bei der taktischen Notfallversorgung geht es erst einmal um Verletzungen, die bei Gewalttaten entstehen – speziell natürlich Schuss-, Stich- und Schnittverletzungen. Aber vor allem geht es auch um die Beurteilung der Situation, die Eigensicherung, die Prüfung des eigenen Zustands auf seine Unversehrtheit („Body-Check“), den routinierten Einsatz von Hilfsmitteln, die nicht im standardisierten Erste Hilfe-Set für Auto oder Haushalt zu finden sind (wie Tourniquet, blutungstoppende Bandagen und Lösungen).

Die Teilnehmer – zum Teil von ferne angereist – waren sehr begeistert von diesem abwechslungsreichen und spannenden Seminar. Nachstehend einige Bilder mit Erläuterungen (auf ein Bild klicken, um eine vergrößerte Version zu sehen):

Wir gehen davon aus, dass wir ein weiteres Seminar dieser Art in der zweiten Jahreshälfte 2014 anbieten werden. Wir werden in unserem Newsletter und in unserem Blog „Si vis pacem para bellum“ über das genaue Datum informieren. Voranmeldungen werden unter info@krav-maga-frankfurt.de angenommen.