KMG, IKMF und andere

KMG LogoKMG, IKMF und andere: Ähnlich wie in Karate, Taekwon-Do und Kung Fu gibt es auch im Krav Maga verschiedene Formen, selbst ernannte Stile, vermeintliche oder tatsächliche Weiterentwicklungen. „Krav Maga“ ist kein geschützter Begriff – denn es bedeutet im Hebräischen nichts anderes als „Kontaktkampf“.

Würde man es mit „Nahkampf“ übersetzen – was genausogut ginge -, dann wird klar, dass man ein solches Allerweltswort schlecht markenrechtlich schützen lassen kann. Letztlich ist es also eine Art Oberbegriff.

Was unterscheidet Krav Maga Global von anderen Krav Maga-Formen und -Anbietern?

Krav Maga ist das Selbstverteidigungs- und Nahkampfsystem der israelischen Armee. Es wurde von Imi Lichtenfeld in den 40er Jahren begründet und ständig fortentwickelt. Dabei dachte man bis in die 90er Jahre nicht daran, dass Krav Maga zu etwas werden könnte, das Verbreitung in der Welt finden würde. So bestand kein Anlass, den Begriff zu schützen oder eingrenzend zu definieren.

Erst als Imi Lichtenfeld nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Armee-Dienst als Leiter der School of Combat Fitness es als seine Aufgabe ansah, das von ihm entworfene System auch einer zivilen Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wurde die International Krav Maga Federation (Imi-System) gegründet. Diese vertrat Krav Maga als ein System, wie es Imi Lichtenfeld unter der Hilfe von Eyal Yanilov schuf.

Imi Lichtenfeld

Imi Lichtenfeld

Bei einer Gedenkzeremonie zu Ehren des fünften Todestages Lichtenfelds im Januar 2002 kamen Hinterbliebene, Verwandte, Zeitzeugen, Armeegefährten und -angehörige (u.a. der Nachfolger Imis als Leiter der School of Combat Fitness), Krav-Maga-Instructors im israelischen Sport- und Militärstützpunkt Wingate zusammen. Der damalige IKMF-Head Instructor Eyal Yanilov hielt dabei einen Vortrag samt Diashow zur Geschichte Imis und des Krav Maga.

Video: KMG-Konvention 2010 in Israel

In Israel haben Eyal Yanilov und andere Wegefährten des Krav Maga-Begründers Imrich Lichtenfeld („Imi“) dessen 100. Geburtstag mit einer dreitägigen Zusammenkunft im Juni 2010 begangen. Dabei waren auch zahlreiche Krav Maga-Trainierende und -Instructors aus aller Welt.

Nachstehendes Video ist bei diesem Anlass entstanden:

 

Eyal Yanilovs Mission seit dem Tode seines väterlichen Freundes Imi ist es, unter dem Siegel der International Krav Maga Federation (IKMF) bis Mitte 2010 und ab dann mit der neuen Organsation Krav Maga Global (KMG) das Erbe seines Lehrers anzutreten – und das heißt vor allem, Krav Maga aus seiner rein israelischen Existenz zu lösen und in der Welt zu verbreiten. Das war Lichtenfelds Wunsch.

KMG, IKMF und andere Anbieter und Organisationen

KMG, IKMF und andere: Eyal Yanilov, KMG-Begründer

Damit stehen IKMF (mittlerweile geführt von dem früheren Yanilov-Schüler Avi Moyal) und KMG in Konkurrenz zu tatsächlichen, aber auch selbst ernannten Krav Maga-Spezialisten, die sich teilweise in eigenen Organisationen, teilweise in Personenschutz- und Leibwächterschulen etabliert haben. Das ist an und für sich nichts Ungewöhnliches: Natürlich kann jeder Angehörige der israelischen Sicherheitskräfte – vor allem nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst – sein Wissen privat vermarkten. Und niemand will diesen Leuten ihre praktischen Erfahrungen absprechen.

Aber wer in Armee und Polizei Israels Krav Maga praktiziert hat, ist deswegen noch nicht Experte und Instructor des Systems Krav Maga, das Imi geschaffen und Eyal verfeinert und systematisiert hat. Obendrein gibt es vermeintliche Krav Maga-Lehrer, die nur wenig praktische Erfahrung im KM oder die eine KM-Ausbildung frühzeitig abgebrochen haben – und dies womöglich dadurch zu kompensieren versuchen, dass sie Elemente anderer Kampfsysteme zu einem so genannten „Best-of-„System zusammenstellen. Solcherlei Nachahmer und Trittbrettfahrer behaupten häufig, ihr „neues“ System sei allen anderen und dem „traditionellen“ Krav Maga überlegen.

Eyal Yanilov - AK47-Abwehr
So wird heute auf dem Markt der Möglichkeiten manches unter dem Etikett Krav Maga angeboten, das mit Imis und Eyals Werk wenig zu tun hat – unter anderen auch Selbstverteidigungstrainer, die sich mit einer mittleren Graduierung im Krav Maga (Imi-System) selbständig gemacht haben und als KM-Experten ausgeben. Schauen Sie sich nach KMG- (Linkliste) und IKMF-Clubs um!

Eyal Yanilov legt besonderen Wert darauf, das Krav Maga ein System im eigentlichen Sinne des Wortes ist. Denn heutzutage wird der Begriff „System“ oft gleichbedeutend mit „Methode“, „Stil“ etc. verwendet. Tatsächlich aber sind alle Teilelemente eines Systems harmonisch und zur größtmöglichen Effizienz des gesamten Systems aufeinander abgestimmt.

Eyal Yanilov - Pistolenabwehr
Das kann durchaus bedeuten, dass es andere Techniken & Taktiken, Ansätze & Methoden gibt, die auch effizient und erfolgversprechend sind. Wenn sie sich aber nicht stimmig integrieren lassen und so zu einem „Stottern“ des Systems führen, schaden sie mehr als sie nutzen.

Ein Beispiel: Wollte man ein perfektes Tier schaffen, so könnte man auf die Idee kommen, sich die Tiere herauszusuchen, die irgendetwas besser als alle anderen können. Vom Albatros die Flügel, vom Gepard die Beine, vom Delfin die Schwimm- und Tauchfähigkeit, vom Löwen das Gebiss usw. Aber wenn man dieses „Best-of“-Tier zusammengebastelt hätte, wäre es zu irgendeiner Bewegung, zu irgendeiner Handlung fähig? Wohl kaum. Im Gegenteil: Es wäre eine völlig hilflose Kreatur – obwohl ihre Einzelelemente perfekt sind.

Eyal Yanilov - Messerabwehr
Es gibt kein „Best-of-all-in-one“-System – kann es nicht geben. Wer solches verspricht, ist ein Scharlatan. Krav Maga Global dagegen vertritt ein System, dass Technik und Taktik, Didaktik und Methodik, Konzept und Ansatz so aufeinander abgestimmt hat, dass sie nahtlos ineinander übergehen. Ein Rädchen greift bei diesem Getriebe perfekt ins andere, so dass keinerlei Reibungsverluste entstehen.