Überzogene Erwartungen an Migranten-Jugendliche

„Lieber Raub als Diebstahl“, schreibt die ZEIT und argumentiert, dass türkische junge Männer den hohen Leistungserwartungen ihrer Eltern nicht gerecht werden könnten und daher via Gewalt Stärke demonstrieren würden. In dem Artikel heißt es u.a.:

Ein immer wieder reproduziertes Ergebnis von Studien zur Jugendgewalt ist die Tatsache, dass Jugendliche migrantischer Herkunft ausgenommen Kinder aus asiatischen Ländern häufiger Gewalttaten begehen. Das hat auch die jüngste bundesweite Studie des Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen gezeigt.

Eine wichtige Ergänzung zu diesen Zahlen ist die Feststellung der Forscher, dass diese Unterschiede sich völlig ausgleichen, wenn man Jugendliche unterschiedlicher Herkunft mit denselben familiären und sozialen Ausgangsbedingungen einander gegenüberstellt. Es sind also soziale Faktoren, keine ethnischen Festschreibungen, die zu den Unterschieden in der Statistik führen.

Ein kleines Detail in der Studie gewährt einen interessanten Einblick in die Psyche dieser Jugendlichen. Wenn man die Täterrate nach Delikten aufschlüsselt sieht man, dass Jugendliche türkischer Herkunft die niedrigste Ladendiebstahlsquote aufweisen, gleichzeitig beim Delikt „Raubtaten“ aber an dritter Stelle stehen. Hieraus schließen die Forscher, dass es diesen jugendlichen Tätern in erster Linie um die Demonstration von Stärke geht und erst nachrangig um den Diebstahl selbst.

Die Autorin nennt weiter interessante Aspekte wie eine „Verwahrlosung“ durch Verwöhnung der männlichen Kinder in türkischen Familien und dass sich dadurch eine Schere zwischen der Vorstellung von eigener Größe und Macht und dem Versagen in der Wirklichkeit öffne.