Was bewirkt ein MBSR-Achtwochenkurs?

Oliver Bechmann und Jon Kabat-Zinn

Oliver Bechmann und MBSR-Begründer Jon Kabat-Zinn

Was bewirkt ein MBSR-Achtwochenkurs? Wozu sollte man ihn absolvieren? Genauso könnte man fragen: Wozu unterzieht man sich einem sportlichen Training? Geht ins Fitness-Studio? Übt Krav Maga?

Den Körper zu pflegen, heißt die Seele zu pflegen, lautet ein weiser Satz – und das gilt auch für die achtsamkeitsbasierte Stressreduktion – so die Übersetzung von Mindfulness Based Stress-Reduction. Den bei der Meditation geht es nicht einfach nur um „still sitzen“, „langsam gehen“ oder Yoga-Übungen zu betreiben – man pflegt und achtet auf den Körper, seine Signale, seine Reaktionen, weil der Körper (und wie er sich ausdrückt) die Manifestation von Geist, Herz und Seele ist.

Nicht umsonst spricht man vom Gehirn als dem „brain muscle“ – die moderne Hirnforschung spricht von „Neuroplastizität“, wenn es darum geht, dass man sein Gehirn genauso formen kann wie seinen Körper. Dass man mit seinen Gedanken und Gefühlen, seinen Verhaltensweisen und Reaktionen genauso arbeiten kann wie mit seinen Muskeln, Sehnen und Bändern. Dass das Geist-Seele-System genauso trainierbar ist wie das Herz-Kreislauf-System.

MBSR-Achtwochenkurs stärkt die Resilienz

Resilienz – die Fähigkeit des Organismus‘, in stressigen Situationen zu bestehen bzw. nach intensivem Stress sich wieder zu erholen, besteht aus folgenden Grundelementen:

  • Akzeptanz für Situationen, Vorfälle und sich selbst – es ist wie es ist
  • Optimismus – don‘t worry, be happy
  • Selbstwirksamkeit – auf eigene Bedürfnisse achten, nicht es allen anderen recht machen müssen, nein sagen könne, eigenen Weg gehen
  • Verantwortung – nicht der andere ist schuld; aber auch für eigene Leistungsgrenzen
  • Netzwerkorientierung – um Hilfe bitten und annehmen
  • Lösungsorientierung – Dinge angehen
  • Zukunftsorientierung – Leben planen und selbst in die Hand nehmen; Vergangenheit ist vorbei und kann nicht mehr geändert werden

Im MBSR-Achtwochenkurs lernt man, wie man seinen Alltags- und Berufsstress mit Hilfe von Achtsamkeit reduzieren kann. Bei der Achtsamkeitspraxis handelt es sich freilich nicht um eine „Entspannungsmethode“, die bei Bedarf wie ein Werkzeug benutzt und anschließend wieder weggelegt wird, sondern vielmehr um einen umsichtigen Lebensstil.

MBSR – gelebte Achtsamkeitspraxis

Achtsam zu leben bedeutet, trotz großer Herausforderungen oder Krankheit ein Höchstmaß an Lebensqualität zu entwickeln und Lebensfreude nicht von äußeren Umständen abhängig zu machen. Nicht wenige Menschen, die einen Achtwochenkurs absolviert haben, sprechen deswegen davon, dass der Kurs und seine Übungen ihnen das Leben – im eigentlichen wie übertragenen Sinne – gerettet hat.

Wer systematisch eine stabile Achtsamkeitspraxis entwickelt, springt auch nicht gleich hyperaktiv auf jeden kleinen Stressor an, sondern handelt überlegter und selbstbestimmter im Einklang mit seinen inneren Werten und Gefühlen. Viele bisherige Teilnehmer wollten ihr Gedankenkarussell beruhigen, sie möchten besser schlafen und ihrem Leben mehr Intensität und Freude geben. Viele haben den Eindruck in unserer vollgestopften reizüberfluteten Welt gar nicht mehr genießen zu können, was im gegenwärtigen Moment präsent ist.

MBSR: Pistole an Schläfe

Wer auf dieser Grundlage in den Kurs einsteigt, wird acht Wochen lang seinen Geist und dessen unbewusste, automatische innere Muster erforschen. Man wird viel über sich selbst lernen und diese inneren Erfahrungen selbst sind es, aus denen Veränderungen zu einem Leben mit mehr Freude und Gelassenheit entstehen. Nichts, was von einem Seminarleiter „übergestülpt“ wird; keine „Methoden“ oder „Strategien“, sondern Veränderungen als natürliche Folge eigener Einsichten.

Man kann Veränderungen im Denken oder Handeln von Menschen bestensfalls dadurch erreichen, dass man ihnen eine Pistole an die Schläfe hält, steht in einem Buch über Veränderungsprozesse bei Menschen zu lesen. Das ist tatsächlich wissenschaftlich bewiesen: Nur das, was intrinsisch motiviert ist, hat langfristig eine Aussicht darauf, auch wirklich im Leben umgesetzt zu werden. Auf diese Weise wirkt das, was im Rahmen von MBSR-Kursen geschieht. Acht Wochen Selbsterkenntnis für ein Leben mit mehr Klarheit, Freude und Selbstbestimmtheit.

Neuer MBSR Kurs startet Ende September 2016

Ab Ende September 2016 biete ich einen neuen MBSR-Achtwochenkurs an. Wer sich grundsätzlich dafür interessiert, aber nicht sicher ist: Einen Info- & Schnupperabend, gibt es am Freitag, 23. September, 19.30-21 Uhr (kostenfrei und unverbindlich). Zu diesem Infoabend bitte per Email an o.bechmann@krav-maga-frankfurt.de anmelden.

Die eigentlichen Termine des Achtwochenkurses: Freitag, 30. September, 7., 14., 21., 28. Oktober, 4. , 11., 18. November jeweils 19.30-22 Uhr; Tag der Stille am Samstag, 5. November, 10-16 Uhr.
Ort: Krav Maga Center Frankfurt/Rhein-Main, Rödernstr. 26-32, 63067 Offenbach.
Kosten: 320 Euro (KMF-Mitglieder u. gering Verdienende 250 Euro). Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer erhält nach dem Kurs eine Teilnahmebescheinigung, die einen Antrag auf eine Teilerstattung bei der Krankenkasse ermöglichen. Das Kursangebot ist bei den Krankenkassen anerkannt, die Teilerstattung beträgt 75 bis 100 Euro (Achtung: Es wird nur ein Kurs zur präventiven Gesundheitsvorsorge pro Jahr bezuschusst).

Zusätzliche Informationen zum MBSR Kurs

Ein paar grundsätzliche Informationen liefert die Homepage des Krav Maga Centers Frankfurt/Rhein-Main unter dem Menüpunkt MBSR; die Frage, was hat Krav Maga mit MBSR zu tun? wird im gleichnamigen Artikel beantwortet, und über die Anwendung in militärischen Zusammenhangen im Blogpost „Krav Maga, Kampf, MBSR und Meditation“ berichtet (in letzterem Text gibt es auch weiterführende Links zu themenbezogenen Artikeln in Focus, FAZ, Welt am Sonntag, Spiegel, Basler Zeitung, Scientific American). Und weiterer Stoff zum Wechselverhältnis von Krav Maga und MBSR findet sich hier…(klicken).